Traditionell bezeichnet der Bergmann die letzte Schicht vor Weihnachten als Mettenschicht. Genau diese stand für Routinier Alexander und erstmals auch für seinen größeren Bruder Julius an. Dieser wurde in den letzten Wochen durch die Projektmitarbeiter Marc Donner und Steve Grehl eingerichtet.

Alexander führte Experimente zur Navigation unter der Aufsicht von Claudia Buhl durch. Dabei galt es, im schachtnahen Bereich des Lehrpfades einen Kreis selbstständig zu schließen. Dies gelang und bildet einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Autonomie. Julius auf der anderen Seite hatte die Aufgabe, mit seinem Arm eine quaderförmige Box zu finden und greifen. Dazu verwendete er eine RGB-D Kamera, die an seinen „Handknöchel“ befestigt ist. Im ersten Schritt dreht er lediglich das Grundgelenk seines Armes, um ein Kollisionsmodell seiner Umgebung zu generieren. Dies ist in den engen Querschnitten des Bergwerkes, die meist nicht mehr als 3 mal 3 Meter betragen, essentiell. Anschließend plant er einen Pfad in eine Position vor sich und kippt sein Ellbogengelenk ab. Dadurch schwenkt die Kamera über die Sohle auf der Suche nach der mit AR-Markern ausgestatteten Box. Diese konnte er auch erfolgreich finden. Den finalen Schritt bildet das Anfahren dieser Pose und das Greifen der Box.
Leider scheiterte der Roboter in diesem Teil. Lediglich einmal schaffte er es, die Box mit zwei der drei Finger zu greifen. Die Ergebnisse sind trotzdem zufriedenstellend, da sich Julius erstmals im Bergwerk beweisen konnte.

Damit gelang es den Projektmitarbeitern unter der Leitung von Prof. Jung im Jahr 2015, beide Bergwerksroboter im Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“ einzusetzen. Mit diesem Erfolgserlebnis begeben sich die Roboter in ihre wohl verdiente Weihnachtspause, außerhalb des Bergwerks im trockenen und warmen Projektbüro.

Alexander, Julius und das Mining-RoX Team wünschen Ihnen und Ihren Liebsten besinnliche Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2016.